
Albertina Modern und Wien Museum widmen dem Künstler, der am 16. Februar 2027 achtzig Jahre alt geworden wäre, zwei Einzelausstellungen, die gemeinsam eröffnen werden. Parallel dazu öffnet das Atelier Franz West im 3. Wiener Gemeindebezirk seine Türen und zeigt Kunstwerke von West und Weggefährt:innen, die der Künstler in der Küche arrangiert hatte. Dieselbe Küche diente als Vorlage für den sogenannten Parapavillon „Extroversion“, der 2011 auf der Biennale Venedig installiert wurde.
Franz West wurde am 16. Februar 1947 in Wien geboren. In den frühen 1970er-Jahren begann er künstlerisch zu arbeiten. Von 1977 bis 1982 studierte West an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich schon intensiv mit der Verbindung von Kunst und Publikum, das selbst Akteur:in werden sollte. Sein Werk umfasst Papierarbeiten, Skulpturen, Möbel und Außenskulpturen, die er in verschiedenen Ateliers gemeinsam mit Assistent:innen fertigte.
2011 erhielt Franz West den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk auf der 54. Biennale di Venezia. Am 25. Juli 2012 starb Franz West in Wien.














































Papiermaché, Karton, Stahl, Acrylfarbe, Gaze, Lack
143 (H) x 100 x 87 cm
Das Werk von Franz West beinhaltet mehr als 800 Skulpturen aus Papiermaché. Kurze und lange Ständer aus Armierungseisen wechseln sich beispielsweise mit solchen aus leeren Lackdosen ab. Manche Skulpturen aber sind meteoritenhaft direkt auf dem Boden gelandet oder hängen von der Decke ab.
Styropor, Epoxydharz, Kunstharzlack
290 (H) x 160 x 160 cm
Skulpturen für den Außenraum zu machen, war für Franz West bereits in den 1970er-Jahren von Interesse, weshalb er bei Bruno Gironcoli zu studieren begann, der mit wetterfestem Polyester arbeitete, das jedoch gesundheitsschädlich ist. Ende der 1990er-Jahre intensivierte sich Wests Beschäftigung mit dem Außenraum und es entwickelten sich rund 300 Skulpturen vorwiegend aus Aluminium oder Epoxidharz, die nun teilweise auch öffentlich zugänglich sind.
Auflage: 25, hrsg. von Memphis für Meta Memphis, Mailand
Stahl
85 x 70 x 72,5 (H) cm
Möbelskulpturen sind für Franz West eine Erweiterung seiner berühmten Passstücke: Ein Stuhl sei gleichsam der Abdruck eines Menschen, wenn er nicht gerade geht, liegt oder steht.
Gips, Metall (Duschkopf)
51 x 33 x 15 cm
In den 1970er-Jahren interpretierte Franz West den herkömmlichen Skulpturenbegriff neu: Objekte sollen verwendet werden und an den Körper angepasst eine zusätzliche künstlerische Dimension erlangen. Verwendete Materialien sind vorwiegend Gips, Gaze und Papiermaché, die er mit alltäglichen Gegenständen wie Besenstielen, Pinseln, Griffen oder hier zum Beispiel mit einem Duschkopf kombinierte.
Im Katalog zur Ausstellung „Autotheater“ im Museum Ludwig in Köln 2009 erschien eine umfangreiche Chronologie zu Franz West. Ein erster Teil wurde von Eva Badura-Triska ursprünglich für die erste Retrospektive von Franz West „Proforma“ im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig im 20er Haus in Wien verfasst. Andrea Überbacher-Kloiber hat die Biografie für den Katalog bis zum Jahr 2009 erweitert.
Diese Timeline bietet einen Überblick mit ausgewählten Meilensteinen zu Leben und Werk von Franz West.
Auflage: 3, Aluminiumguss bemalt,
225 (H) x 115 x 64 cm
245 (H) x 130 x 80 cm
Die Lemuren sind Interpretation einer Menschendarstellung. Bei den Römern waren sie die Seelen der verstorbenen Geister, bei Karl Kraus metaphorische Spukgestalten. Bei Franz West treten die Köpfe oft zu zweit auf, meist aus Aluminium geschweißt für den Außenraum.