
2011 entschloss sich West, eine kleine Wohnung und ein Atelier in Neapel anzumieten, wo er sich auch aufhielt, als sich sein gesundheitlicher Zustand erheblich verschlechterte und er nach Wien überführt werden musste.

Nach dem Centre Pompidou im Herbst 2018 ist die umfangreiche Retrospektive „Franz West“ von 20. Februar bis 2. Juni 2019 in der Tate Modern in London zu sehen.



Von 12. September bis 10. Dezember 2018 präsentierte das Centre Pompidou „Franz West“, eine große Retrospektive mit rund 200 Werken. Die umfangreiche Schau, kuratiert von Christine Macel und Mark Godfrey ist im Frühjahr 2019 in der Tate Modern zu sehen.



Im Juli 2009 eröffnet Franz West erste Einzelausstellung in Mexiko-Stadt: „Elefante Blanco“, kuratiert von Patrick Charpenel.


Für die von Kasper König kuratierte Gruppenausstellung „Eight People from Europe“ 1998 im Museum of Modern Art, in Gunma, Takasaki fertigt West die Arbeit „Tri-Tra Focus“ (Tri-Tra kurz für: Tribünen-Trapez), ein dreistufiges begehbares Podest mit 19 Stahlstühlen, deren Sitzflächen und Rückenlehnen mit Teppichauflagen bezogen sind.


„Proforma“ (1996), die erste große Retrospektive von Franz West findet im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig im 20er Haus in Wien statt. Die Kuratorin Eva Badura-Triska stellt in intensiver Zusammenarbeit mit West dessen Biografie zusammen und rekonstruiert die künstlerische Entwicklung bis Mitte der 1990er-Jahre. Diese Recherchen bilden die Grundlage für das Archiv Franz West.


Im Baltimore Museum of Art findet im Herbst 2008 die erste umfangreiche US-amerikanische Retrospektive „To Build a House YouStart with the Roof: Work 1972-2008“ statt. Die Kuratorin Darsie Alexander besucht Franz West im Wiener Studio am Esteplatz. Neben zahlreichen anderen Arbeiten wird die raumhohe, zweiteilige Aluminiumskulptur „Das Ich und das Es“ installiert.

6.11.2026 – 29.3.2027, Albertina modern
Die ALBERTINA würdigt Franz West (1947-2012) anlässlich seines 80. Geburtstags mit einer Retrospektive. Der nonkonformistische Künstler, bekannt für seinen renitenten Charakter mit Eigensinn und Humor, war mehrfach auf der Documenta und der Biennale von Venedig vertreten und erhielt 2011 den Goldenen Löwen.
Vom Wiener Aktionismus geprägt, entstehen in den 1970er- Jahren seine legendären Passstücke: Durch Tragen, Halten und Anlegen passen sich die prothesenartigen Gebilde den Körperformen an und geben dem Publikum die Möglichkeit zu interagieren. Objekte werden zu Gelegenheiten, Kunst zur Situation. Wests Werk sprengt Grenzen, verbindet Kunst und Leben und inspiriert Generationen von KünstlerInnen. Eine Hommage an einen, der die Kunst vom Sockel holte und mitten ins Leben stellte.

6.11.2026 – 2.5.2027
Albertina Modern und Wien Museum widmen dem Künstler, der am 16. Februar 2027 achtzig Jahre alt geworden wäre, zwei Einzelausstellungen, die gemeinsam eröffnen werden. Parallel dazu öffnet das Atelier Franz West im 3. Wiener Gemeindebezirk seine Türen und zeigt Kunstwerke von West und Weggefährt:innen, die der Künstler in der Küche arrangiert hatte. Dieselbe Küche diente als Vorlage für den sogenannten Parapavillon „Extroversion“, der 2011 auf der Biennale Venedig installiert wurde.

"Den Anrainern zuliebe”, 2001
5 Sitzwuste
Aluminium lackiert
Zw. 684 + 716 cm (L), je 60 cm (Ø)
Im Auftrag der Stadt Rotterdam entstand diese Arbeit im Jahr 2002 als Installation im öffentlichen Raum. Franz West entwickelte die Sitzwuste spezifisch für den Ort, bis heute ein Treffpunkt. (überarbeiten!)

Die Eröffnungs-Ausstellung der Galerie David Zwirner in New York 1993 titelte „Investigations of American Art“. Die Titel einiger Werke verweisen auf das Thema: „Pan Am Building“, “Statue of Liberty“, “Amerikaner”.

In der Ausstellung im Museum Haus Lange in Krefeld 1989 wurden diverse Sitzgelegenheiten aus Metall installiert. Diesmal allerdings auf Sockel gestellt, um sie als Ausstellungsstücke auszuweisen.

„Eo ipso“, 1987
Eisen lackiert
zwei Teile: 118 x 546 x 115 cm, 83 x 57 x 52 cm
Die Außenskulptur „Eo ipso“ aus dem Jahr 1987 in der Retrospektive „Franz West“ in der Tate Modern, London 2019. Die Skulptur darf nach Vorgaben des Eigentümers nicht mehr im Außenraum gezeigt werden.

„Rrose/Drama”, 2001
Aluminium lackiert
210 x 240 x 540 cm
Laut Franz West stellt das Werk einen Darmtrakt dar, der sich niemals entleeren könnte, da er über keine Öffnung verfügt. Daher der Bezug zum „Drama“. Das Foto zeigt die Skulptur 2018 in der Retrospektive „Franz West“ im Centre Pompidou in Paris.

„Beule”, 1994
Gummizement, Eisen, Bambus, Lack
250 (H), Ø 150 cm
„Beule“ wurde anläßlich der Ausstellung „Ripple across the water“ 1995 auf dem Dach des Geräteschuppens des privaten Kindergartens vor dem Watari Museum of Contemporary Art in Tokyo installiert. Das Werk entstand in Tsurugi in der Präfektur Ishikawa mit Unterstützung lokaler Handwerker. Statt eines Rücktransportes wurde die Skulptur zerstört.

Unter dem Titel “Seats and Sculptures” fand im März 1989 in der Koury Wingate Gallery am Broadway die erste Ausstellung in New York statt. Die Skulpturen wurden teilweise von Marcus Geiger bemalt.

„Warum ist etwas und nicht nichts”, 1997
Stahlblech lackiert, Laminat
220 x 390 x 180 cm
Die Skulptur liegt in Stronsdorf auf freiem Feld, an der Wegkreuzung zweier Landstraßen im nördlichen Niederösterreich, nahe der tschechischen Grenze. Der Titel ist ein Zitat des Vorsoakratikers Parmenides.

Franz West, Heidulf Gerngross
„Gerngrosssäule”, 2007
Betonguss
Säule: 546 cm, Ei: 50 cm

In der Paulusgasse wurden vor allem meterhohe Außenskulpturen aus Aluminium gefertigt. Diese wurden großteils nach Modellen im Maßstab 1 : 10 hergestellt.

Franz Wests ehemaliger Galerist Peter Pakesch hatte am Esteplatz 3 einen Kellerraum als Kunstdepot angemietet, den West und Heimo Zobernig ab etwa 1994 als Atelier nutzen konnten. West übernahm den Keller 1996 und mietete zusätzlich das dazugehörige Hochparterre. 2000 wurden die Räumlichkeiten um die anschließende Wohneinheit ergänzt, die als Büro genutzt wurde. Der Esteplatz wurde Zentrum von Wests künstlerischem Schaffen.

In der Weißgerberlände 56 mietete Franz West sein erstes eigenes Atelier. Dort entstanden unter anderem Möbelskulpturen aus Metall. Er war im Zeitraum 1989 bis 1997 dort eingemietet.

„Wartezimmer (Außenversion)“, 2009/2010
Stahl, Styropor, Epoxydharz lackiert
610 (H) x 535 x 535 cm
Die Skulptur steht auf einem Vorplatz der „Magen David Adom Jerusalem Station“, der regionalen Zentrale von Israels nationalem Rettungsdienst. Wests Mutter war Dentistin und die Praxis war an die private Wohnung angeschlossen. „Wartezimmer (Außenversion)“ ist eine Sitzskulptur und kann somit ihren Namen entsprechend verwendet werden.

Zwei Lemuren, 2003
Vubonite
je ca. 500 (H) x 225 x 225 cm
Die beiden Lemuren, auf West‘sche Art fratzenhafte Mischung aus Menschendarstellung und Spukgestalt, stehen in Knokke-Heist (Belgien) am Rubensplein. Sie stehen auf zwei zylindrischen Konstruktionen, die als Sockel für die Skulpturen dienen und sind beständig zwischen rauem Meeresklima und gleißendem Licht.

Gekröse, 2011
550 (H) x 650 x 1100 cm
Aluminium lackiert
Das „Gekröse“ ist mit 11 Metern Länge neben seiner vertikalen Variante „Krauses Gekröse“ die größte Skulptur von Franz West. Sie wurde anlässlich des FIFA World Cup 2022 in Katar an der Corniche von Doha, in der Nähe des Al Masrah Parks aufgestellt. Die 7 km lange Doha Corniche ist eine malerische Uferpromenade am Arabischen Golf mit spektakulärem Blick auf die Skyline. Neben dem Werk von Franz West wurden auch Arbeiten von Jeff Koons, Yayoi Kusama, KAWS und Katharina Fritsch im Rahmen des WM-Programms installiert.

„Lotus”, 2006
Epoxydharz
166 (H) x 210 x 290 cm
„Maya’s Dream“, 2006
Epoxydharz, Kunstharzlack, Beton
250 (H) x 260 x 180 cm
o.T., 2006
Epoxydharz
230 (H) x 305 x 280 cm
Im Sommer 2009 wurden im „The Abby Aldrich Rockefeller Sculpture Garden“ im MoMA – Museum of Modern Art in New York moderne und zeitgenössische Skulpturen aus der Sammlung installiert. Neben Werken von u.a. Claes Oldenburg und Alexander Calder waren drei Außenskulpturen von Franz West zu sehen: „Lotus“, „Maya's Dream“ und eine weitere ohne Titel.

Die bunten „Sitzwuste“ sind bis zu 7 Meter lange Sitzskulpturen aus lackiertem Aluminium. Im Jahr 2000 wurden sie zum ersten Mal im Park des Schloß Ambras in Innsbruck ausgestellt.

„Mostly West“ am Lincoln Center Plaza in New York 2004 war eine temporäre Installation, für die 11 großformatige Außenskulpturen kombiniert wurden.

Für seine erste Ausstellung in der Galerie Meyer Kainer 1999 entwarf Franz West einen „Luster“, dessen Form sich auf ein Gekritzel des Philosophen Ludwig Wittgenstein bezieht.

„Auditorium”, 1992
72 Diwane
Stahl, Schaumstoff, Teppich
je 90 x 110 x 220 cm
Die Bestuhlung des Freilichtkinos auf der documenta IX in Kassel 1992 erfolgte durch 72 Diwane, die mit alten Teppichen belegt wurden. Die Installation erhielt den Titel „Auditorium“ und wurde zu einer der Hauptattraktionen der Ausstellung.

Im Rahmen der Biennale die Venezia 1990 stellte Franz West auf der Punta della Dogana am Canale Grande vor Santa Maria della Salute mehrere Metallsessel und -liegen auf Sockel. Diese wurden im Laufe des Sommers von den Benutzer:innen vandalisiert.

Unter dem Titel “Test“ stellte Franz West 1994 28 Diwane mit bunten Überzügen von Gilbert Bretterbauer auf die Plattform vor dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles. Anschließend wurden dieselben Diwane am Dach des Dia Center for the Arts in New York diesmal mit schwarz-weißen Überzügen – wieder von Gilbert Bretterbauer – ausgestellt. Die Installation hieß hier „Rest“

Unter dem Titel “Test“ stellte Franz West 1994 28 Diwane mit bunten Überzügen von Gilbert Bretterbauer auf die Plattform vor dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles.
„Test ist die Synthese aus drei Einflüssen: 1. einerAusstellung von Chris Burden, in welcher der Künstler die gesamte Zeit derAusstellung in einem geschütztem Platz über dem Eingang der Ausstellung verbrachte; 2. der These von Joseph Beuys, „Jeder Mensch ist ein Künstler“ und 3. meiner Zusammenarbeit auf der documenta mit dem Titel Auditorium.
Nehmen Sie Platz und bleiben Sie, so lange Sie wollen. Der Idealfall wäre natürlich, für die gesamte Dauer der Ausstellung zu bleiben.Die Überzüge wurden von Gilbert Bretterbauer entworfen und produziert. Zusammen ergeben die 28 Diwane eine Komposition, die von einem imaginären Punkt über dem Platz sichtbar wäre. Wenn Sie sich hinlegen wollen, ziehen Sie bitte die Schuhe aus, um das Kunstwerk zu schützen.“ (Text von der EInladungskarte)
Anschließend wurden dieselben Diwane am Dach des Dia Center for the Arts in New York diesmal mit schwarz-weißen Überzügen – wieder von Gilbert Bretterbauer – ausgestellt. Die Installation hieß hier „Rest“

Die „Gruppe mit Kabinett“ in Franz Wests erster Einzelausstellung bei Gagosian in London 2001. Es ist eine Gruppe von acht Skulpturen auf Tischen, eine davon auf einem Kästchen mit Tür. Sie gehört nun zur Sammlung des Centre Pompidou.

Franz West mit einem seiner Passstücke 1983 vor dem Gebäude der Akademie der bildenden Künste im Wiener Prater. Hinter den Metalltoren befanden sich die Räumlichkeiten der Klasse von Bruno Gironcoli. Franz West nutzte die Räumlichkeiten von 1978 bis ca. 1982/83 als Atelier.

„Etude de couleur”, 1991-93
Kupferrohr, Eisen, Messing, Blei, Wasserschlauch, Polyester
Pissoir: 156 x 212 x 85 cm
Platten: (8 x) 13 x 200 x 100 cm
Auf dem Dach der Villa Arson in Nizza wurde 1991 eine große Installation aufgebaut, die als Pissoir verwendbar ist. Sie stand dort bis 1993 und wurde mehrmals umlackiert. Der sinnfällige Titel: „Etude de couleur“.

“Aberration”, 1990
Holz, Plastik, Dispersion
Kasten: 160 x 80 x 58 cm
Tisch: 100 x 79 x 226 cm
Die zweiteilige Skulptur “Aberration” 1990 in der Renaissance Society in Chicago in einer Ausstellung, in der auch Werke der österreichischen Künstler Herbert Brandl und Otto Zitko gezeigt wurden

Die Ausstellung von Franz West im Kunsthistorischen Museum 1989 war die erste eines lebenden Künstlers. Es wurden 15 Liege- und Sitzgelegenheiten vor berühmten Gemälden der Kunstgeschichte positioniert, die benutzt werden durften: Liegen oder Sitzen werden zum Bestandteil des Werks.
„Das Wahrnehmen von Kunst findet durch die beim Aufliegen entstehenden Druckstellen statt“

„Das Unbewusste“, 2010
Aluminium, Polyurethanlack
615 (H) x 370 x 310 cm
Der Begriff des Unbewussten wurde von Sigmund Freud in seiner Psychoanalyse geprägt und beschreibt psychische Bereiche, die dem Denken nicht direkt zugänglich sind, diese jedoch maßgeblich beeinflussen. Franz West interessierte sich für Freud und schrieb im Kontext dieser Skulptur: „Das Unbewusste manifestiert sich [...]“ Vielleicht machen Passant:innen diese Erfahrung, wenn sie an den Sitzen der 6-Meter-hohe Skulptur Platz nehmen.

Die Installation „Wegener Räume“ wurde 1988 in der Galerie Peter Pakesch in der Ballgasse 6 in Wien gezeigt. Die vier konstruierten Räume sind mit je einer Sitzgelegenheit, einer Skulptur auf Sockel und einer gerahmten Collage eingerichtet.

„Spalt", 2003
Aluminium lackiert
„Anker”: 355 x 55 x500 cm, „Seil”: 290 x 290 x 600 cm, „Rettungsring”: 400 x 55 x 400 cm
Die dreiteiligeAußenskulptur „Spalt“ befindet sich im Tjuvholmen Skulpturenpark in Oslo,direkt an der Spitze der Halbinsel nahe dem Astrup Fearnley Museum. Das Werkist Teil einer Sammlung zeitgenössischer Kunst im Freien und besteht aus„Anker", „Seil" und „Rettungsring".

Franz West auf seiner Skulptur „Eo ipso“, 1987, die aus Teilen der Waschmaschine seiner Eltern gebaut wurde. Hier bei der ersten Aufstellung der Skulptur Projekte Münster 1987.

Biennale Venedig, Österreichischer Pavillon 1990
Franz West vertrat Österreich auf der Biennale di Venezia im Jahr 1990. Die Wände des Pavillons waren intensiv rot bemalt, wodurch der Kontrast zu den weißen, in Aluminium gegossenen Passstücken auf weißen Sockeln sehr groß war.

o.T., 2012
Epoxydharz, Metall
3,8 (H) m x D 1,2 m (violett)
3,5 (H) m x D 1,2 m (grün)
2,9 (H) m x D 1,3 m (gelb)
2,8 (H) m x D 1 m (rosa)
2,5 (H) m x D 0,9 m (dunkelgrün)
Franz West ließ für seine Außenskulpturen Modelle anfertigen, die seine Idee visualisierten und den Assistent:innen als Vorlage für die Ausführung dienten. Diese Skulpturengruppe wurde im Maßstab 1:10 nach dem Modell posthum realisiert und steht am Esteplatz im 3. Wiener Gemeindebezirk vor dem ehemaligen Atelier von Franz West, das man auch besichtigen kann. Mit der Wahl bunter, kräftiger Farben stehen die Objekte bewusst in Kontrast zur Natur dem städtischen Raum.

Die Wohnung der Familie West befand sich im Karl-Marx-Hof. Angeschlossen daran war die Zahnarztpraxis der Mutter, was das künstlerische Arbeiten von Franz West materialtechnisch und inhaltlich maßgeblich beeinflusste. So wie auch die soziale Haltung der Mutter, die Künstler:innen mit wenig Einkommen gratis behandelte und häufig Besuch aus der Kunstszene bekam. Die Schriftsteller Reinhard Priessnitz und Hermann Schürrer und die Fotografin Friedl Kubelka waren Patient:innen wie auch Gäste.